Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V.
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Verkehrssicherheit

Verkehrssicherheit auf deutschen Straßen auf hohem Niveau

Die Verkehrssicherheitsbilanz auf Deutschlands Straßen verbesserte sich in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich. So kann seit der Wiedervereinigung ein anhaltender Rückgang der Zahl der Verkehrstoten verzeichnet werden.

Im Jahr 2010 konnten auf deutschen Straßen erneut historische Tiefststände beim Unfallgeschehen seit Einführung der Verkehrsunfallstatistik im Jahr 1950 verzeichnet werden: So zählte das Statistische Bundesamt 3 648 Verkehrstote. Das waren 12,2 Prozent oder 498 Getötete weniger als im Vorjahr. Seit 1970 mit 21 332 Getöteten sank die Zahl der Todesfälle im Straßenverkehr um mehr als 82 Prozent! Die Zahl der Unfälle mit Personenschaden ist gegenüber 2009 um 7,1 Prozent auf 288 287 zurückgegangen. Damit einhergehend ist auch die Zahl der Verletzten im Straßenverkehr um 6,6 Prozent auf 371 170 gesunken. Lediglich die Gesamtzahl der Unfälle im Straßenverkehr ist gegenüber dem Vorjahr um 3,7 Prozent auf 2,4 Mio. gegenüber 2,3 Mio. gestiegen. Diese Zunahme ist ausschließlich auf Unfälle mit Sachschaden zurückzuführen. Diese haben sich von 2,0 Mio. auf 2,1 Mio. erhöht. Die teils chaotischen Straßenverhältnisse durch den harten Winter 2009/2010 und im Dezember 2010 haben zwar zu mehr Unfällen geführt, es blieb jedoch häufiger bei Sachschaden, da nicht so schnell gefahren wurde. Bemerkenswert am Unfallgeschehen ist, dass ca. 86 Prozent aller Verkehrsunfälle auf das Fehlverhalten der Fahrzeuglenker zurückzuführen sind.

Das bevölkerungsbezogene Risiko, im Straßenverkehr getötet zu werden, ist von 14 Getöteten je 100 000 Einwohner im Jahr 1991 auf 4,5 Getötete je 100 000 Einwohner im Jahr 2010 deutlich gesunken. Damit zählt Deutschland bei der Verkehrssicherheit zu den führenden Ländern innerhalb der EU (Europäische Union).

Trotz deutlicher Reduzierung der Anzahl Getöteter ist die Anzahl der Schwerstverletzten am Unfallgeschehen auf deutschen Straßen in den letzten Jahren relativ konstant geblieben. Eine zu Vergleichszwecken notwendige EU-einheitliche Definition für Schwer- und Schwerstverletzte wurde bislang noch nicht geschaffen. Weiterhin ist ein fundiertes Wissen über die medizinischen Folgen von Unfällen mit Personenschaden, vor allem bei den besonders schwer verletzten Opfern, nur begrenzt vorhanden. Daher soll das EU-Programm für Straßenverkehrssicherheit 2011 bis 2020 nun länderübergreifend - neben dem Ziel der Halbierung der Anzahl der Verkehrstoten innerhalb der EU - auch der Erfassung der schwerstverletzten Opfer eine stärkere Beachtung schenken. Im Straßenverkehr soll nach Vorstellungen der EU-Kommission kein Mensch mehr so schwer verletzt werden, dass er lebenslange Schäden davonträgt.

Auch im Straßengüterverkehr konnte im Jahr 2010 ein neues Allzeittief bei der Zahl der Getöteten bei Unfällen mit Lkw aller Größenklassen verzeichnet werden. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr betrug 3,6 Prozent von 892 auf 860. In der Langzeitbetrachtung setzt sich damit der Trend höherer Verkehrssicherheit nachhaltig fort. So hat sich gegenüber dem Jahr 1992, als noch 1 883 Getötete zu beklagen waren, die Zahl der bei Lkw-Unfällen ums Leben gekommenen Personen um 54,3 Prozent verringert. Im gleichen Zeitraum haben die Transportleistungen von Lkw um über 70 Prozent zugenommen, so dass sich auf die erhöhten Transportaktivitäten bezogen ein noch deutlicher rückläufigeres Unfallgeschehen ergibt. Als Getötete gelten im Übrigen in der amtlichen deutschen Unfallstatistik „Personen, die innerhalb von 30 Tagen an den Unfallfolgen sterben“.

In der Statistik fällt auf, dass die Zahl der Schwerverletzten bei Unfällen mit Lkw-Beteiligung aller Größenklassen im Jahr 2010 zugenommen hat. Gegenüber 2009 hat sich diese Zahl von 7 242 auf 7 549 Personen erhöht, was einer Steigerung von 4,2 Prozent entspricht. Im Vergleich zu 13 345 Schwerverletzten im Jahr 1992 ist dies dennoch ein Rückgang um 43,4 Prozent. Als Schwerverletzte gelten in der amtlichen deutschen Unfallstatistik „Personen, die unmittelbar zur stationären Behandlung (mindestens 24 Stunden) in einem Krankenhaus aufgenommen wurden“.

Mit Blick auf die Verkehrsentwicklung lassen sich nachfolgende Feststellungen treffen: Im Zeitraum von 1992 bis 2010 stieg die Transportleistung auf deutschen Straßen von 252,3 Mrd. tkm auf 437,0 Mrd. tkm (+ 73,2 Prozent). Die Zahl der auf die Transportleistung bezogenen Unfalltoten (Getötete pro 1 Mrd. tkm) sank seit 1992 von 7,5 Personen kontinuierlich auf 2,0 Personen im Jahr 2010, dem bisherigen absoluten Tiefststand. Dies entspricht einem Rückgang um über 70 Prozent. Bei den Schwerverletzten ergibt sich eine gleichgelagerte Entwicklung. Pro Mrd. tkm sank die Zahl der Schwerverletzten von rechnerisch 52,9 Personen im Jahr 1992 auf rechnerisch 17,3 Personen im Jahr 2010. Dies entspricht einem Rückgang um fast 70 Prozent.

Als Spitzenverband des deutschen Transportgewerbes erachtet es der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V. als selbstverständlich, die hohen Herausforderungen, die an die zukünftige Verkehrssicherheitsarbeit auch auf europäischer Ebene gestellt werden, anzunehmen. Nicht zuletzt aus diesem Grunde hat der BGL im Rahmen der International Road Transport Union (IRU) gemeinsam mit weiteren internationalen Verbänden des Güterkraftverkehrgewerbes die EU-Charta für die Straßenverkehrssicherheit gezeichnet. Damit geht das deutsche Straßentransportgewerbe die freiwillige Selbstverpflichtung ein, Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit zu ergreifen, die über das gesetzlich geforderte Maß hinaus gehen.

Gerade in den letzten Jahren konnten im Rahmen von Ordnungs- und Sicherheitspartnerschaften, durch partnerschaftliche Zusammenarbeit mit sicherheitsrelevanten Institutionen und Verbänden wichtige Aktionen zur Förderung der Verkehrssicherheit durchgeführt werden.

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